Der Terminus “Tinte” stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von der Wendung “tincta aqua” ab, was soviel wie “gefärbtes Wasser” bedeutet. Spezielle Arten von Tinten werden in Tintenstrahldruckern verwendet. Äußerlich unterscheidet sich der Treibstoff für den Drucker kaum von herkömmlicher Tinte, wie sie beispielsweise in Füllfederhaltern benutzt wird.

Tinte Pigmentiert für PGI-520 BK Textschwarz Breit
Dennoch handelt es sich bei Druckertinte um ein Hightech-Produkt, das immer höheren Anforderungen genügen muss. Denn während die ersten Tintenstrahldrucker lediglich ein Dutzend Düsen besaßen, die allerdings in einer einzigen Sekunde bereits 10.000 Tröpfchen abspritzten, verfügen aktuelle Modelle über beinahe 4.000 Düsen, die pro Sekunde kaum vorstellbare 122 Millionen Tintentröpfchen abgeben. Allein im letzten Jahrzehnt hat sich die Druckauflösung bei Produkten für den Consumer Bereich etwa um den Faktor fünfzehn erhöht, so dass heute Auflösungen von bis zu 9.600 dpi erreicht werden können. Das ist möglich, weil es einigen Herstellern gelungen ist, die einzelnen Tintentröpfchen, die beim Druckvorgang verwendet werden, immer weiter schrumpfen zu lassen. Bei aktuellen Druckermodellen haben diese Tröpfchen teilweise nur noch ein Volumen von 1 Billionstel Liter (1 Pikoliter). Optimale Ergebnisse können hier nur mit einer Druckertinte erzielt werden, bei der das Fließverhalten chemisch beschränkt wird. Gleichzeitig muss der Druckertreibstoff aber derart gemischt werden können, dass mit den wenigen zur Verfügung stehenden Basisfarben praktisch der gesamte Farbraum dargestellt werden kann. Zudem muss bei Druckertinte gewährleistet werden, dass diese möglichst schnell auf dem zu bedruckenden Medium trocknet, aber dennoch nicht auf dem Druckkopf eintrocknet. Denn dadurch könnte nicht nur das Druckbild, sondern auch die empfindliche Hardware, in Mitleidenschaft gezogen werden. Erreicht werden diese und andere Anforderungen durch den Zusatz von spezifischen Additiven und die Verwendung eines ausgeklügelten Mischverhältnisses zwischen den einzelnen Komponenten. Die entsprechenden Formeln werden von den Produzenten natürlich sorgsam gehütet. Die besten Druckertinten stammen von Herstellern, welche ihr Produkt genau auf den jeweiligen Drucker- oder Patronentyp abstimmen. Für Tintenstrahldrucker, die nach dem piezoelektronischen Verfahren – also durch die Modifikation der elektrischen Polarisation – funktionieren, ist eine andere Druckertinte nötig, als für thermische Geräte, bei denen Tintentöpfchen verdampft werden. Deshalb ist allgemein von der Verwendung von Universaltinten abzuraten. Es gibt mehrere Typen von Tinte. Per se ist keine der anderen überlegen. Welche Tinte jeweils benutzt werden sollte, hängt vielmehr vom Anwendungsgebiet ab.
Textdruck
Tintenstrahldrucker werden von Anwendern am häufigsten benutzt, um Texte auszudrucken. Hier ist die sogenannte pigmentierte Tinte die beste Wahl. Denn Pigmenttinte – bei der die einzelnen Partikel in der Trägerflüssigkeit schwimmen, aber nicht gelöst sind – ist sowohl besonders licht- und chemikalienbeständig als auch relativ wischfest. Durch den Einsatz von pigmentierter Tinte wird somit das Ausbleichen von wichtigen Dokumenten über einen sehr langen Zeitraum verhindert. Gleichzeitig können Ausdrucke mit dem Textmarker bearbeitet werden, ohne dass diese verschmieren. Viele Hersteller von Tintenstrahldruckern verwenden aus diesen Gründen in ihren Geräten eine Druckerpatrone in der sich schwarze Pigmenttinte befindet, die speziell für den Textdruck eingesetzt wird. Möchte der Nutzer deren Tintentank irgendwann wieder befüllen, sollte unbedingt wieder Pigmenttinte – am besten solche, die speziell für das Druckermodell entwickelt wurde – verwendet werden.
Foto- und Grafikdruck
Pigmenttinte hat zwar ihre unbestreitbaren Vorteile, ist für das Drucken von Fotos und Grafiken allerdings weniger geeignet. Besonders bei farbigen Motiven wirken die Ausdrucke häufig etwas blass und lassen eine beeindruckende Farbbrillanz vermissen. Deswegen wird beim Druck von bunten Fotos und Grafiken häufig sogenannte Dye-Tinte benutzt. Bei dieser Farbstofftinte handelt es sich um wasserlösliche Tinte, bei welcher die Farbstoffe in der Trägerflüssigkeit gelöst sind. Dabei sind die Moleküle der Dye-Tinte etwa 70-mal kleiner als die Partikel der Pigmenttinte. Dadurch verteilt sich die Dye-Tinte besser auf dem zu bedruckenden Medium und sorgt außerdem für leuchtendere Farben. Diese Vorteile werden allerdings mit einer geringeren Resistenz gegen UV-Strahlung und Chemikalien erkauft. Außerdem ist Dye-Tinte im Allgemeinen bezüglich des Papiers, das für optimale Ergebnisse verwendet werden sollte, anspruchsvoller. Die Patronen eines Tintenstrahldruckers, die mit farbiger Tinte gefüllt sind, enthalten in der Regel Dye-Tinte. Manche Hersteller setzen ihrer Pigmenttinte etwas Dye-Tinte zu. Dieses Vorgehen dient primär der Senkung der Produktionskosten, da Farbstofftinte billiger als pigmentierte Tinte hergestellt werden kann. Das erkauft der Nutzer allerdings durch deutliche Minderungen der Robustheit bezüglich Umwelteinflüssen wie Licht, Feuchtigkeit oder Chemikalien.
Textildruck

Inktec Textil Tinte zum bedrucken von Stoff
Sollen Textilien bedruckt werden, liegt ein klassischer Zielkonflikt vor. Gerade wenn bunte Fotos oder Grafiken gedruckt werden, sind leuchtende Farben wünschenswert. Dieses Argument würde für die Verwendung von Dye-Tinte sprechen. Allerdings scheint die mangelhafte Resistenz gegen Chemikalien – angesichts des fast unausweichlichen Kontaktes mit Waschpulver – ein K.O.-Kriterium darzustellen. Sollte also deshalb pigmentierte Tinte verwendet und gewisse Qualitätseinbußen hingenommen werden? Nein. Denn einige Hersteller haben – wie etwa das koreanische Unternehmen InkTec mit der Textil Tinte DTI01-100 – für den Direktdruck auf Textilien spezielle Dye-Tinten entwickelt. Diese sogenannten Textiltinten sind – durch den Zusatz von spezifischen Additiven – nicht nur absolut wasserbeständig, sondern auch waschmaschinenfest. Dadurch erhalten die Drucke auf den bedruckten Textilien eine besonders lange Lebensdauer. Allerdings eignen sich diese Tinten in der Regel nur für Tintenstrahldrucker, die nach dem oben skizzierten piezoelektronischen Verfahren funktionieren. Nicht geeignet sind sie für Geräte, die für den Druck das thermische Verfahren verwenden. Druckköpfe, die nach dem thermischen Verfahren funktionieren, finden sich etwa in Tintenstrahldruckern von Canon oder HP.
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